• Thomas Grohmann

Mondfinsternis und Marsopposition vom 27. Juli 2018 im Havelland


2014 zeichnete die International Dark Sky Association den Naturpark Westhavelland als ersten Sternenpark Deutschlands aus. Ein Sternenpark ist ein speziell ausgewiesenes Gebiet mit einer natürlichen Nachtlandschaft, das wenig Lichtverschmutzung aufweist und somit lichtschwache Objekte wie die Milchstraße oder das Zodiakallicht gut sichtbar werden läßt.

Beste Voraussetzungen also für die Beobachtung der totalen Mondfinsternis vom 27. Juli 2018 und der sich am gleichen Tag ereignenden Marsopposition. Der ausgesuchte Beobachtungsplatz am Nordufer des Gülper Sees bot optimale Horizontsicht. Die Mitarbeiter des Sternenparks haben für diesen Standort eine Himmelshelligkeit von 21,44 mag/arcsec² gemessen - ein sehr guter Wert für einen dunklen Himmel (allerdings ohne Mondlicht :-).

Der Morgen begann auch vielversprechend mit einem farbenprächtigen Sonnenaufgang.

Allerdings änderte sich die Wetterlage wegen der zunehmenden Hitze im Laufe des Tages. Die Wahrscheinlichkeit für eine horizontfreie Sicht verringerte sich, sogar Gewitter waren möglich. Dennoch bezogen wir pünktlich unseren Beobachtungsort, präparierten uns gegen die Mückenplage und hofften auf gute Horizontsicht bei Mondaufgang um 21:03 Uhr.

Der aktuelle Regenradar und aufkommende Gewitterwolken versprachen jedoch nichts Gutes. Und tatsächlich zogen nach einem dramatischen Sonnenuntergang während der Zeit des Mondaufgangs rechts und links von uns zwei Gewitterfronten durch. Schnell wurde auf Blitz-Fotografie umgeschaltet.

Glücklicherweise verzogen sich die Wolken größtenteils nach dem Durchzug der Gewitter. Endlich, gegen 22:00 Uhr, zeigte sich zaghaft der bereits total verfinsterte Mond im Dunst des Horizonts.

Während der Mitte der totalen Bedeckungsphase verschwand der Mond dann noch einmal hinter einem Wolkenband, wie man auf der folgenden Verlaufs-Collage gut erkennen kann. Auch die Bewegung des wegen seiner Oppositionsstellung sehr hellen Planeten Mars (jeweils rechts unterhalb der Mondscheibe) läßt sich auf dieser Komposition nachvollziehen.

Die Abschnitte nach der Totalität, das Bewegen des Mondes also aus dem Kernschatten und dem Halbschatten der Erde, ließen sich trotz gelegentlicher feiner Wolkenschleier gut dokumentieren.

Trotz anfänglicher Widrigkeiten war diese Mondfinsternis wieder ein sehr erhabenes Erlebnis, bei dem man im Erdschattenbereich die durch die Brechung des Sonnenlichts in der Erdatmosphäre hervorgerufenen verschiedenen rötlichen Farbvarianten (zartrosa bis dunkelrot) gut wahrnehmen konnte.


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