• Thomas Grohmann

Ein vielfältiger himmlischer Reigen

Aktualisiert: Mai 2


präsentierte sich uns während des Aufenthalts im ältesten Lichtschutzgebiet Portugals, dem Deep Sky Park Alqueva, zum Neumondtermin um den 23. Februar 2020.


Bereits an den Vorabenden war jeweils kurz nach Sonnenuntergang in westlicher Horizontnähe der sonnennächste Planet Merkur zusammen mit der Nr. 2 (Venus) als schönes Pärchen zu sehen.

Auf dem Weg nach Alqueva konnten wir zuvor in der spanischen Grazalema, einem Gebirgszug im andalusischen Hinterland, spektakuläre Mondauf- und -untergänge beobachten.


Die dünn besiedelte Landschaft um den Alqueva-Stausee im Alentejo garantiert einen besonders dunklen Nachthimmel – und zwar wolkenfrei an relativ vielen Nächten im Jahr.

Dies erlaubt sehr lange und tiefe fotografische Belichtungen sog. Deep Sky-Objekte, wie sie sich etwa in der Region um die Gürtelsterne des Sternbilds Orion wiederfinden. Mit viel Staub und rot leuchtenden, ionisierten Wasserstoffwolken ausgestattet enthält sie die typischen Ingredienzien für die Geburt neuer Sterne. Und tatsächlich ist dieser Bereich unserer Milchstraße auch der uns am nächsten gelegene kosmische Kreissaal. Die nachstehende Aufnahme mit einer Gesamtbelichtungszeit von knapp 11 Stunden entstand in drei aufeinanderfolgenden Nächten.

Hübsch anzusehen über dem Stausee war der Planetenreigen mit Mond und dem hellen Stern Antares in der Frühe des 19. Februar 2020:

Die Zeugnisse einer Jahrtausende währenden Besiedlung stechen geradezu in den Himmel, wie etwa die Megalithgruppe unweit des Städtchens Monsaraz mit ihrem zentralen, großen Menhir, auch bekannt als der Cromeleque (Steinkreis) do Xerez.

Noch einsamer und dunkler erschien es uns im Naturpark Noudar nahe der spanischen Grenze mit seiner dominierenden Burganlage aus dem frühen 14. Jahrhundert. Milchstraße und Zodiakallicht mit der untergehenden Venus erhoben sich majestätisch über der Burg.



Auch hier konnte in zwei Nächten mit einer Gesamtbelichtungszeit von etwa 8 Stunden ein Deep Sky-Objekt aufgenommen werden. Der sog. Mövennebel, ebenfalls ein Emissions- und Reflexionsnebel mit roten und blauen Anteilen, liegt inmitten der sternreichen Wintermilchstraße zwischen den Sternbildern Einhorn und Großer Hund.

Sehr spannend war es dann, nach der Neumondphase die extrem schmale Sichel des wieder zunehmenden Mondes kurz nach Sonnenuntergang am Horizont auszumachen.

Ein ganz anderes Szenario präsentierte sich in den Ruinen der Minenstadt Mina de Santo Dominos, die vom jungen Mond in Konjunktion mit der Venus beleuchtet wurden.




Ach ja, tagsüber begleiteten uns oft die oop-oop-oop-Rufe der Wiedehopfe. Eines Morgens zeigte sich ein Pärchen bei der Nahrungssuche in unmittelbarer Nähe unseres Standortes bei Campinho, direkt am Alqueva-Stausee.


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